Aktuelles aus dem Rathaus: Gemeinde Mainhardt

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Frühling im Mainhardter Wald
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Aktuelles aus dem Rathaus

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Die diesjährige Freibadsaison muss in Mainhardt leider ausfallen!

Artikel vom 24.06.2020

Das ist der Tenor der vierstündigen Diskussionsrunde von Gemeinderat, Verwaltung, DLRG und Marketing Mainhardt.

„Die Entscheidung haben wir uns nicht leichtgemacht, schließlich ist uns das Freibad sehr wichtig“, betont Bürgermeister Komor, der angesichts der Dringlichkeit zu dieser Runde zu einem Abstimmungsgespräch eingeladen hatte. Welchen Stellenwert das Thema auch im Gemeinderat hat zeigt, dass trotz des recht kurzfristig angesetzten Termins 18 der insgesamt 23 Mitglieder in der Waldhalle erschienen waren. Außer der Verwaltung nahmen außerdem Meta Schoch und Linda Bauer als Vertreterinnen der DLRG Mainhardt sowie Helmut Fischer und Heiner Schoch vom Marketing Mainhardt an dem offenen Austausch teil.

Nach einer Einführung von Bürgermeister Komor, in dem er die Teilnehmer über die Vorgaben der zwischenzeitlich vorliegenden Corona Verordnung Sportstätten (Bäder) informiert hat, legte er dar, wie die Umsetzung dessen aus Sicht der Verwaltung aussehen müsste. Im Anschluss stellten Meta Schoch und Linda Bauer ihrerseits das von der DLRG mit Unterstützung von Marketing Mainhardt hierzu ausgearbeitete Konzept dar.

In der dann folgenden Aussprache waren sich alle einig: das Konzept der DLRG steckt voll guter Ideen und ist eine sehr gute Grundlage die zeigt, dass die Öffnung technisch und personell möglich wäre. „Wir haben in Mainhardt sehr engagierte Bürgerinnen und Bürger und ein tolles Vereinsleben - da würde es an personeller Unterstützung nicht fehlen“, ist sich Gemeinderat Simon Müller sicher, vielmehr seien es die Kosten, die es unmöglich machten. „Momentan wäre ich schon froh sicher sagen zu können, dass wir angesichts der finanziellen Entwicklung im nächsten Jahr aufmachen können“, stellt Müller ganz klar fest.

Während die ursprüngliche Absage der Freibadsaison vor allem noch von der scheinbar zwischenzeitlich in den Hintergrund rückenden Gesundheitsgefährdung getragen wurde, waren es jetzt vor allem die Kosten, die den Gemeinderäten Sorgen bereiteten. Die sich aber letztlich aufgrund des Corona-Virus so negativ auswirken. Der Virus ist nicht weg – er ist weiterhin da und wir müssen die Vorgaben entsprechend einhalten.

Dabei hat sich die DLRG zusammen mit Marketing Mainhardt durchaus Gedanken über Einsparpotentiale gemacht und die ersten Spender angefragt, um den höheren Verlust zu minimieren. Es wurden Angebote für Online-Buchungssysteme eingeholt, um den von der Verwaltung dafür angesetzten Kostenpunkt unterschreiten zu können. Außerdem wurden Ideen für eine Öffnung in zwei Schichten und versetzen Einlasszeiten zu gestaffelten Preisen entwickelt und es wurde vorgeschlagen, über eine wechselweise Schließung der Attraktionen Aufsichtspersonal einzusparen. „Ich finde toll, wie viele Überlegungen und Ideen in diesem Konzept stecken, aber das Defizit ist einfach zu hoch“, bedauert Gemeinderätin Karina Röger. Weitere Vorschläge wie zum Beispiel Reinigungszyklen zu verringern oder Aufsichtspersonal einzusparen, in dem auf die Eigenverantwortung der Badegäste gesetzt werde, seien angesichts der rechtlichen Vorgaben nicht zu verantworten, waren sich Gemeinderat und Verwaltung einig.

Während einige Räte wie Stephan Kemppel noch die Hoffnung hegten, durch Einsparungen in anderen Bereichen wie zum Beispiel Straßenbaumaßnahmen oder den Breitbandausbau zu schieben, das Defizit auffangen zu können, gaben andere zu Bedenken, dass eine in ihren Möglichkeiten derart eingeschränkte Badesaison von maximal 10 Wochen nicht etwa die Absage des dringend geforderten Breitbandausbaus rechtfertige.

„Wir müssen uns außerdem im Klaren sein, das wir nicht über eine Badesaison reden, wie wir sie bisher kennen“, gibt Gemeinderat Tilman Schoch zu bedenken. Diese Saison wäre unweigerlich verbunden mit Einschränkungen und Verboten, unter Umständen müssten Gäste abgewiesen werden oder enttäuschte Kinder stünden traurig am Rand des Kleinkindbereichs, weil sich darin schon die maximale Personenzahl von 17 tummelte. „Wir müssten einen hohen Preis zahlen um dafür vielleicht vor allem Frust und Enttäuschung zu ernten.“

Ein Freibad ist immer ein Defizitbetrieb. So bezuschusst die Gemeinde bereits jedes Jahr das Freibad mit rund 155.000 €. Dieser Betrag ist auch 2020 so eingeplant. Doch leider muss aufgrund der Corona-Pandemie mit einem zusätzlichen Verlust von 100.000 € kalkuliert werden, der sich evtl. reduzieren würde, wenn Spender gefunden wären. Ein Betrag der in diesem Haushalt schlichtweg nicht möglich ist. Wenn das Bad zubleibt betragen die Fixkosten rund 145.000 €. Da aufgrund der Pflichtaufgaben wie Schulsanierung (Gesamtkosten: 17,4 Mio. €) und Kindergartenneubau (3,4 Mio. €) der finanzielle Spielraum der Gemeinde leider eingeschränkt ist. In diesem Jahr nimmt die Gemeinde bereits 6 Mio. € Kredite auf; 2021 sind es nochmals zusätzlich 5 Mio. €. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt damit voraussichtlich von 537 €/Einwohner auf 3.600 €/Einwohner.
Mit großem Bedauern aber doch eindeutig fiel schließlich das Votum des Gemeinderats (4 für die Öffnung, 1 Enthaltung und 14 für die Schließung) aus, das Freibad in diesem Jahr geschlossen zu lassen. „Schade!“, bedauert Meta Schoch die Entscheidung, die sie aber natürlich akzeptieren werde, auch wenn sie befürchte, dass diese auf die Ortsgruppe negative Auswirkungen habe. „Vielleicht könnten aber andere Vereine mit ihren Fahrzeugen oder die Gemeinde mit dem Seniorenbus der DLRG mit Fahrten in andere Bäder helfen“, schlägt Gemeinderat Joshua Schoch vor.

„Der Ernst der Lage, auch für die künftigen Jahre, ist offensichtlich. Wir sollten uns deshalb bereits jetzt alle gemeinsam Gedanken machen, wie wir eine Lösung zumindest für die finanzielle Problematik finden können“, fordert Gemeinderat Bernhard Schweizer der von seinem Kollegen Wolfgang Feuchter durch den Vorschlag unterstützt wird, einen Förderverein Freibad Mainhardt zur finanziellen Unterstützung zu gründen.

Bürgermeister Komor bedankt sich abschließend bei allen Teilnehmern für die offene und konstruktive Diskussion. Sowohl als Bürgermeister, der einfach stolz auf das richtig schöne Mainhardter Freibad sei als auch ganz persönlich bedaure er diese Entwicklung, aber letztendlich lasse Corona und die finanzielle Lage der Gemeinde keine andere Wahl.